Ethanolkamin
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Bei Bedienfehler brandgefährlich

Ethanolkamin
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In den Abendstunden zünden Mitarbeiter in den Vapiano-Restaurants die Ethanol-Kamine an, um den Gästen ein stilvolles und gemütliches Ambiente zu bieten. Dass dies mit besonderer Vorsicht und nach festgelegten Verhaltensregeln geschieht, dafür hat Vapiano-Sicherheitsfachkraft Silvia Pump gesorgt.
Sie erklärt: "Wir wissen um die Gefahren und Risiken im Umgang mit Bio-Ethanol. Deshalb haben wir uns Gedanken zum sicheren Betrieb der Kamine und zur Sicherheit des Bedien-Personals gemacht. Jeder Mitarbeiter, der bei Vapiano einen Ethanol-Kamin bedient, ist geschult und muss unsere Regeln zum sicheren Umgang befolgen." Die Mitarbeiterschulung ist eine von mehreren Maßnahmen, die das Unternehmen auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung festgelegt hat.

BGN: Gefährdungsbeurteilung unerlässlich
Eine Gefährdungsbeurteilung ist auch für den BGNBrandschutzexperten Gerhard Sprenger beim gewerblichen Einsatz von Ethanol-Kaminen zwingend. Er erklärt: "Vor dem Kauf und Betrieb eines Ethanol-Kamins muss Sicherheit an erster Stelle stehen. Kaum bekannt: Die Geräte sind nicht für den gewerblichen Einsatz konzipiert. Eine Norm gibt es bislang nur für ihre Nutzung im privaten Haushaltsbereich.

Gewerbliche Betreiber müssen unbedingt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung entsprechende Sicherheitsmaßnahmen festlegen und umsetzen." Unfallursache Nummer eins bei Ethanol-Kaminen sind Bedienfehler aus Unkenntnis oder Leichtsinn. Der häufigste, sehr gefährliche Fehler: Das Einfüllen von Ethanol in einen noch brennenden oder nicht abgekühlten Kamin.

Im Herbst 2016 erlitt eine Servicekraft eines in Hamburg ansässigen Cafés aufgrund falscher Handhabung schwerste Verbrennungen an 39 Prozent der Körperoberfläche. Der Mitarbeiter hatte die kleine Flamme im Ethanol-Kamin übersehen und Brennstoff nachgefüllt. Die herausschießende Stichflamme setzte seine Kleidung sofort in Brand.

DIE VAPIANO-SICHERHEITSANFORDERUNGEN
→Gefährdungsbeurteilung erstellen
→Nur TÜVgeprüfte Kamine anschaffen
→Bio-Ethanol-Kamine immer in ausreichendem Abstand zu Gardinen aufstellen und auch zu Gegenständen, die bei offenem Fenster durch Zugluft verweht werden können
→Betriebsanweisung „Bio-Ethanol“ erstellen und aushängen
→Arbeitsanweisung mit sicherheitsrelevanten Verhaltensregeln in Kooperation mit dem Hersteller
→Empfehlung, den Kamin nur einmal täglich in Betrieb zu nehmen und dann nicht mehr nachzufüllen
→Jährliche Unterweisung der Mitarbeiter über die Gefahren und sicheres Verhalten im Umgang mit Ethanol-Kaminen / auch im Umgang mit Feuerlöschern
→Vorgaben zur Lagerung: maximal 60 Liter pro Restaurant; gelagert in einer feuerfesten Auffangwanne


ARBEITSANWEISUNG/ REGELN FÜR BESCHÄFTIGTE
→Niemals Bio-Ethanol in einen noch brennenden oder noch heißen Kamin einfüllen / Flamme muss vollständig erloschen und Kamin vollständig abgekühlt sein / Bei Missachtung gefährliche Verpuffung der Gase im Kanister
→Auf Nummer sicher gehen und eingefülltes Bio-Ethanol immer vollständig abbrennen lassen
→Brennkammer vor dem Befüllen ausreichend belüften / Beim Anzünden darf sich kein Gas/Luft-Gemisch im Kamin befinden
→Ethanol ausschließlich in die kleine Füllöffnung gießen (sonst Überfüll-Gefahr)
→Ethanol auf keinen Fall höher als bis zur maximalen Füllmarke einfüllen / Bei Überfüllung überschüssiges Ethanol unbedingt vor dem Anzünden abgießen
→Verschüttetes Ethanol sofort aufwischen, gegebenenfalls Brenner aus Sicherheitswanne herausnehmen, auswischen und trocknen lassen
→Zum Anzünden nur mitgelieferten Original-Anzündestab benutzen
→Bei der Arbeit mit Ethanol kein offenes Feuer (Zigarette, Teelicht usw.) und kein Handy! in der Nähe – Zündgefahr
→Betriebsanweisung beachten


VAPIANO- REGELN ZUM LAGERN VON BIO -ETHANOL
→Niemals mehr als 60 Liter in geeigneten geschlossenen Räumen innerhalb eines Gebäudes aufbewahren
→Ethano-lKanister ausschließlich in einer ausreichend bemessenen Edelstahl-Gefahrstoffwanne lagern
→Ethanol auf keinen Fall zusammen mit Reinigungsmitteln lagern
→Keine Ethanol-Kanister in Durchgängen, Treppenhäusern, Durchfahrten, Heizungsräumen, Waschräumen, Fluren oder Dachräumen abstellen oder lagern


Weitere ausführliche Informationen finden Sie beim Bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz