Verrutschte Rohrmanschette führt zu Mühlenbrand

Schwierige Brandbekämpfung
Dass es durch eine solch kleine Ursache zu einem so großen Schaden kam, lag auch daran, dass der Brandherd nur über eine Wendeltreppe erreichbar war. Über diese Treppe gelang es der Freiwilligen Feuerwehr nicht, mit dem Löschschlauch den Raum zu erreichen, aus dem zunehmend starker Rauch und große Hitze herausdrangen.
Auch von außen kam die Feuerwehr nicht an den Brandherd heran. Die Drehleiter war zu kurz. Erst als eine längere Leiter von einer anderen Feuerwehr eingetroffen war, konnte das hoch gelegene Tor zu dem brennenden Raum geöffnet und der Brand gelöscht werden.

Mühlenboden
Jetzt gut gesichert
Um künftig Undichtigkeiten an Verbindungsstellen zu vermeiden, sicherte der Betrieb die Schrauben, die die Manschetten um die Rohrenden quetschen, gegen Selbstlockern. Zusätzlich wurden alle Rohrmanschetten mittels zusätzlicher Schrauben formschlüssig mit den Rohrenden verbunden.
Außerdem werden jetzt alle Verbindungsstellen regelmäßig kontrolliert.
Ein neu installiertes Ventil stellt sicher, dass die Förderleitungen nur noch mit maximal 0,9 bar Überdruck beaufschlagt werden. Das verhindert eine übermäßige Belastung der Förderleitungen durch zu hohen Überdruck bei der Restentleerung der Fahrzeuge.
In dem Raum oberhalb der Mehlsilos sind jetzt Lichtschranken über dem Boden installiert. Werden sie unterbrochen, z.B. weil sich aufgrund einer Undichtigkeit ein Mehlhaufen bildet, wird die Anlage ausgeschaltet. Damit der Raum dennoch bei laufender Anlage betreten werden kann, lässt sich die Funktion vor dem Betreten für eine vorgegebene Zeit deaktivieren.
Um die Möglichkeiten der Brandbekämpfung zu verbessern, ließ der Betrieb im Mehl- und im Getreidesilogebäude trockene Steigleitungen zu den Räumen oberhalb der Silos installieren.

FÖRDERLEITUNGEN

für Mehl und andere brennbare Stäube

Die BGN empfiehlt Betrieben, die Mehl oder andere brennbare Schüttgüter in Rohrleitungen fördern, die Dichtigkeit mit folgenden Maßnahmen sicherzustellen:

  • Schrauben von Rohrmanschetten gegen Selbstlockern sichern, z.B. mit gezackten Unterlegscheiben
  • Verbindungen an Förderleitungen möglichst formschlüssig ausführen
  • Förderleitungen und Verbindungsstellen regelmäßig kontrollieren
  • Instandhaltungsarbeiten planen, sicher durchführen und dokumentieren (siehe auch oben)
  • Zu hohen Überdruck in den Förderleitungen verhindern
Außerdem:
  • Maßnahmen zum Brandschutz überprüfen und gegebenenfalls Einrichtungen nachrüsten, z.B. Steigleitungen