Nichts anbrennen lassen

Betrieblicher Brandschutz - ein Thema, das immer aktuell sein sollte

von Bernd Pühringer
Akzente 5/2004 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Fast täglich berichten die Medien über Entstehungsbrände mit häufig hohen Sachschäden. Auch Menschen kommen immer wieder zu Schaden. Die Verhütung und Bekämpfung von Bränden muss Anliegen aller im Betrieb Beschäftigten sein. Oberstes Ziel ist es, Brände zu verhüten. Da dies trotz größter Bemühungen nicht immer gelingt, muss auch den Maßnahmen zur Brandbekämpfung ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Hierbei sollte der Betrieb nichts anbrennen lassen.


Brandschutz im Betrieb ist Aufgabe aller. Ungeachtet dessen bleibt die Verantwortung für die zu treffenden Brandschutzmaßnahmen jedoch beim Unternehmer. Dies heben die Betriebssicherheitsverordnung und das Arbeitsschutzgesetz deutlich hervor. Grundlage aller Brandschutzmaßnahmen ist die in beiden Vorschriften für jeden Arbeitsplatz, jedes Arbeitsverfahren und Arbeitsmittel geforderte Gefährdungsbeurteilung, bei der auch die Brandgefahren berücksichtigt werden müssen. Die Gefährdungsbeurteilung legt offen, welche Maßnahmen erforderlich sind, um den ermittelten Gefährdungen zu begegnen.
Bei der Auswahl der geeigneten Brandschutzmaßnahmen ist der Unternehmer frei, sofern nicht z.B. Verordnungen oder Unfallverhütungsvorschriften konkrete Vorgaben enthalten. In der Regel wird es sich bei den Maßnahmen um ein Bündel von Einzelmaßnahmen handeln, die miteinander kombiniert ein Brandschutzkonzept für den Betrieb oder einen Betriebsteil ergeben.
Ein Brandschutzkonzept, in dem alle Maßnahmen des betrieblichen Brandschutzes enthalten sind, ist als Grundlage für die Beurteilung der Feuersicherheit für den Betrieb genauso unentbehrlich wie für Behörden, Sachversicherer und die Feuerwehr. Was muss der Betrieb nun konkret tun, um an ein Brandschutzkonzept zu kommen? Die Antwort ist ganz einfach: Der Weg führt über die Gefährdungsbeurteilung. Denn der Unternehmer wird beim Durchführen der Gefährdungsbeurteilung erkennen, dass in seinem Betrieb ein Brand entstehen kann. Und da der Brand in diesem Fall das unerwünschte Ereignis ist, versucht der Unternehmer als Erstes, Maßnahmen zu treffen, die verhindern, dass ein Feuer ausbricht.

Zündquellen minimieren
Als Erstes müssen die im Betrieb vorhandenen Zündquellen minimiert werden. Es folgen Maßnahmen wie z.B. Rauchverbote und Zutrittsverbote für besonders brandgefährdete Bereiche verhängen und regelmäßige Überprüfungen elektrischer Geräte sicherstellen, um Kurzschlüsse auszuschließen. Anzahl und Qualität der erforderlichen Maßnahmen hängen von den betrieblichen Bedingungen ab. Sie sind also von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Viele der Maßnahmen, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben, sind bereits in Vorschriften niedergelegt. Ein Beispiel dafür ist die Forderung, dass in Gaststätten Zigarettenreste aus Aschenbechern nur in nicht brennbare, dicht schließende Behälter entleert werden dürfen.

SPEZIALFALL: FETTBRAND
Betriebe, in denen die Gefahr eines Fettbrandes besteht, sollten einen für diesen Fall geeigneten speziellen Fettbrandlöscher bereithalten. Man erkennt den Löscher an der Aufschrift: »geeignet zum Löschen von brennendem Speiseöl oder -fett«. Diese Aufschrift dürfen nur Geräte tragen, die einen genormten Test bestanden haben.
Löschdecken, wie früher empfohlen, sind zum Löschen von Fettbränden völlig ungeeignet. Das hatten umfangreiche Löschmitteltests der BGN vor einigen Jahren gezeigt. Die über eine brennende Fritteuse gestülpten Löschdecken fingen Feuer und brannten komplett durch. Löschdecken sind für das bei einem Fettbrand entstehende Hitzepotenzial nicht ausgelegt.
Auch Feuerlöscher wurden damals getestet, aber auch hier die Erkenntnis: Viele der Geräte, die zum Löschen von Fettbränden geeignet sein sollten, waren es nicht. Die BGN hatte sich daraufhin bei Feuerlöscher-Herstellern dafür eingesetzt, einen speziellen Fettbrandlöscher zu entwickeln, der Fettbrände sicher und dauerhaft ablöscht.

Beschreibung Datei
Auszug aus BGR 111 Abs. 3.2.6.20: Brandschutzmaßnahmen an Fritteusen
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