Zündstoff

Tipps zur Vermeidung von Elektrobränden

von Werner Fisi
Akzente 5/2000 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Elektrobrände entstehen meist aufgrund einer vermeintlichen Kleinigkeit. Eine beschädigte Isolierung, schlechte Kontakte oder Überlastungen an elektrischen Leitungen und Anschlüssen sind die häufigsten Ursachen für einen Brand, der durch die Elektrik ausgelöst wird. Es bedarf nur weniger einfacher, aber grundsätzlicher Verhaltensweisen, um solche Brände zu vermeiden.


Ein stechender Geruch riss Gastwirt Norbert K. aus seiner Müdigkeit. Nach einem langen, anstrengenden Tag in der Restaurantküche war er endlich auf dem Weg in seine Wohnung. Der Geruch war seltsam. Auch wurde er immer intensiver, je weiter Norbert K. durch den Flur Richtung Gastraum ging. Als er dort die Tür öffnete, quoll ihm eine Rauchwolke entgegen. Und dann sah er den brennenden Vorhang.

Steckdosen


Norbert K. war hellwach. Dem eigenen Löschversuch folgte ein Feuerwehreinsatz. Später die Suche nach der Brandursache: Die
Steckdose
Steckdose, an die der Kühlschrank angeschlossen war, wies Schäden auf. Höchstwahrscheinlich führte ein Wackelkontakt dazu, dass es zur Erwärmung und schließlich zum Brand kam. Die Flammen schlugen auf den Vorhang über.
Eine vermeintliche Kleinigkeit, die in einem einzigen Moment zu einer großen Sache wurde. Instandsetzungskosten und Umsatzeinbußen beliefen sich zusammen auf 35.000 DM. Norbert K. ist heute, was eine schadhafte Elektrik angeht, viel aufmerksamer geworden.

Schadhafte Isolierungen: Wenn der Strom entwischt, funkt´s
Zu schadhaften Isolierungen kommt es z. B., wenn die Leitung geknickt oder gequetscht wird oder wenn sie überaltert ist. Aber auch Fette, aggressive Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe können Isolierungen angreifen und beschädigen. Ein gequetschter Leiter hat einen höheren Widerstand, was zur Erwärmung der Leitung an dieser Stelle führt. Brüche der Isolierung führen zu Kriechströmen und Kurzschlussströmen.

Überlastung: Zündstoff in der Steckdose
Zu einer Erwärmung des Leiters kann es auch kommen, wenn er überlastet ist. Das ist der Fall, wenn zu viele Geräte oder Verbraucher mit zu hoher Nennleistung an eine Steckdose angeschlossen werden.